Bildungsmassaker verhindern

Ein breit gefächertes und hochwertiges öffentliche Ausbildungangebot ist im Umfeld des immer schneller voranschreitenden technologischen Fortschritts essentiell und für den gesellschaftlichen Fortschritt unabdingbar. Niemand kann heute genau sagen, vor welche Herausforderungen uns der kommende technologische Wandel stellen wird und welche Arbeit in dieser neuen Welt gefragt sein wird. Klar ist jedoch, dass durch die zu erwartende fortschreitende Automatisierung und Robotisierung viele der heutigen Arbeitsplätze wegfallen werden. Deshalb ist es für die Region unerlässlich, weiterhin in die Forschung und Bildung zu investieren. Nur durch die Ansiedelung von neuen, zukunftsorientierten Wirtschaftzweigen wird es möglich sein, die verloren gegangenen Arbeitsplätze nicht nur zu ersetzen, sondern auch neue zu generieren. Wissenschaftliche Forschung ist unabdinglich, um die wirtschaftliche Produktion effizienter zu gestalten und den allgemeinen Lebensstandard zu heben. Unsere Welt wird immer schnelllebiger und komplexer, die einzige Möglichkeit dabei mit zu halten ist eine gute Ausbildung. Hierbei stellt die Universität ein essentielles Element dar.

Auch wirtschaftlich zahlt sich der Universitätsbetrieb für beide Basel aus und ist durch grosse wirtschaftliche Effekte mit der Region verbunden. Die Bruttowertschöpfung beträgt nachfrageseitig ca. 743 Mio. CHF, zusätzlich schafft die Universität Basel direkt oder indirekt rund 5‘850 Arbeitsplätze in Basel-Stadt und Baselland. Beide Kantone erhalten Steuererträge von bis zu 46 Mio CHF. Die Bereiche Wissenstransfer und Weiterbildung ergeben schweizweit einen Gesamteffekt von rund 200 Mio. CHF. Wie man sieht, profitiert die Region extrem von der Universität Basel.

Sowohl aus bildungs- als auch aus wirtschafts- und finanzpolitischer Sicht ist es somit absolut inakzeptabel, der Universität finanzielle Mittel zu streichen. Schon gar nicht, wenn dies aufgrund einer inkompetenten Finanz- und Wirtschaftspolitik von Seiten der Baselbieter Regierung geschehen soll.

Noch mehr stösst ihr Vorgehen auf, wenn man bedenkt, dass 85% der Baselbieter Stimmbevölkerung dem Finanzierungsschlüssel der Universität zugestimmt haben. Die Baselbieter Regierung hat diesen breit abgestützten Entscheid zu respektieren.

Die JUSO Basel-Stadt setzt sich für alle Studierenden und (künftigen) Arbeitnehmer*innen ein. So wohnen 52% der Studierenden, die an der Universität Basel eingeschrieben sind, im Kanton Baselland. Es ist offensichtlich, dass die Regierung in Liestal mit ihren Abbauplänen einmal mehr zu Ungunsten der Bevölkerung  der gesamten Region handelt.

Aus diesen Gründen stellt die JUSO Basel-Stadt die folgenden fünf Forderungen, damit in unserer Region ein guter und zuverlässiger Zugang zu Forschung und Bildung gewährleistet bleibt:

1. Keine Kürzungen beim Unibudget! Die Bevölkerung soll nicht länger darunter leiden, dass die bürgerliche Politik offensichtlich gescheitert ist. Die JUSO Basel-Stadt unterstützt die JUSO Basel-Land in ihrem Kampf gegen die bürgerliche Regierung als Teil des gesamtschweizerischen Kampfs der JUSO gegen die asoziale bürgerliche Finanzpolitik, bei der das Wohlergehen der Bevölkerung zugunsten der Verhätschelung des eigenen Klientel und somit der Umverteilung von unten nach oben zurückgestellt wird.
Philipp Schuler, Vorstandsmitglied der JUSO Basel-Stadt, sagt dazu „Bildungsabbau trifft nicht nur die Menschen an Schulen, Fachhochschulen oder Universitäten. Schlussendlich muss die ganze Region dafür bezahlen, dass Finanzpolitisch die falschen Prioritäten gesetzt werden“

2. Studiengebühren abschaffen! Bildung darf nicht vom Portemonnaie abhängig sein. Es kann nicht sein, dass einkommensschwachen Menschen durch die Erhebung und Erhöhung von Studiengebühren noch mehr Steine in den Weg gelegt werden! Studiengebühren sind ein Hindernis für die Durchlässigkeit unserer Gesellschaft und entsprechen nicht dem Leistungs- sondern einem Privilegienprinzip: Wer bereits aus begüterten Verhältnissen stammt hat weit höhere Chancen auf eine gute Qualifikation als andere. Studiengebühren verschärfen diesen unerwünschten Effekt zusätzlich, während sie wenig zur Finanzierung der Universität beitragen (unter 5%).
„Noch immer ist die Ausbildung an einer Fachhochschule oder Universität eine Frage der eigenen finanziellen Möglichkeiten. Das muss sich endlich ändern! Jede und jeder, der geeignet und gewillt ist, ein entsprechendes Studium aufzunehmen, soll das auch tun können und dabei nicht an den Kosten scheitern“ kommentiert Marina Waibel, Vorstandsmitglied der JUSO Basel-Stadt

3. Die Universität muss eine unabhängige staatliche Institution bleiben! Die Universität darf nicht zu einem Unternehmen gemacht werden. Wir wollen keine Verhältnisse wie beispielsweise in Grossbritanien, mit Privatuniversitäten, 9000 Pfund Studiengebühren und einem Riesenapparat für Eigenmarketing. Wir wollen eine Bildung, die für alle zugänglich ist und eine Forschung, die frei von wirtschaftlichen Zwängen ist! Wir JUSOs wehren uns gegen den Ausverkauf der Universität und gegen diese Ökonomisierung von Bildung und Forschung!
„Wir wollen Bildung und Forschung, die nicht darauf ausgerichtet ist, die Bedürfnisse der Ansässigen (internationalen) Unternehmen zu erfüllen, sondern unabhängig ist und wehren uns gegen den Ausverkauf dieses Grundsatzes“ erklärt Waibel weiter.

4. Maulkorb für die, die unsere Zukunft ruinieren! Falls der Kanton Basel-Stadt in Zukunft noch mehr an das Budget unserer Universität zahlen wird, soll das Mitspracherecht der Regierung des Kantons Basel-Land drastisch eingeschränkt werden. Zudem sollen die Überlegungen beendet werden, gewisse Institute der Universität nach Basel-Land zu verschieben. Sollte bei der Baselbieter Regierung künftig wider Erwarten doch die bildungspolitische Vernunft einkehren, wäre eine Regionalisierung der Uni hingegen prüfenswert.
„Wer keine Verantwortung übernimmt, sondern mit seinem Handeln die Zukunft von Menschen gefährdet, sollte weder Unistandorte vorschlagen, noch weiterhin ein Mitspracherecht im bisherigen Umfang erhalten. Die zuletzt von der baselbieter Regierungsrätin Monica Gschwind an den Tag gelegte Arbeitsverweigerungshaltung betreffend einem Sitz für den Kanton Baselland im Schweizer Hochschulrat bestätigt uns in dieser Haltung. Offensichtlich ist Baselland überhaupt nicht an der Mitwirkung in irgendeiner Art betreffend Bildung interessiert.“ ergänzt Mirjam Kohler, Co- Präsidentin der JUSO Basel-Stadt.

5. Wir bezahlen die Krise der Bürgerlichen nicht! Trotz dem Entgegenkommen der Basler Regierung mit dem 80-Millionen-Deal gelingt es der Regierung des Kantons Baselland nicht, sich für starke partnerschaftliche Institutionen zu erwärmen oder die eigene Finanzpolitik zu hinterfragen. Dies hat zur Folge, dass immer mehr Kosten auf die Bevölkerung und andere Kantone abgeschoben werden. Eine gemeinsame Spitalplanung verkommt vor diesem Hintergrund zur Farce.

„Die Unfähigkeit der bürgerlichen Regierung des Kanton Basellands, die eigene Finanzpolitik zu hinterfragen hat zur Folge, dass nicht nur die baselbieter Bevölkerung darunter leidet, sondern schlussendlich die ganze Region!“ führt Schuler aus.

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