Mit dem Beginn der neuen Legislaturperiode am 4. Februar 2026 vollzieht
sich ein Generationenwechsel im Einwohnerrat Riehen: Von den 40 gewählten Mitgliedern des Einwohnerrats sind historische sieben (17.5%) unter 28 Jahre alt (Jahrgang 1999 oder jünger). Für die Altersgruppe der unter 30-jährigen ist eine solch hohe Repräsentation im Ortsparlament nicht nur für Riehen, sondern schweizweit eine Seltenheit.
Die sieben jungen Ratsmitglieder sind die bisherigen Einwohnerräte Noé Pollheimer (SP/ JUSO), Joris Fricker (SP/ JUSO) und Simeon Schneider (EVP) sowie die neu gewählten Anna Verena Baumgartner (SP/ JUSO), Noah Weber (Grüne), Fiona Graham (SP/ JUSO) und Noemi Amstutz (EVP). Gemeinsam vertreten sie eine zukunftsorientierte Politik, die sozial und ökologisch ausgerichtet ist.
Junge Stimmen für eine zukunftsgerichtete Gemeindepolitik
Das Riehener Beispiel zeigt, dass die junge Generation politisch und auch gewillt ist, Verantwortung zu übernehmen. Fiona Graham findet: „Gerade in einer Zeit grosser gesellschaftlicher, ökologischer und wirtschaftlicher Herausforderungen ist es wichtig, dass alle Schichten der Gesellschaft angemessen in der Politik vertreten sind.“ Simeon Schneider betont: „Wir verstehen unser Mandat als Auftrag, die Anliegen jener Generationen einzubringen, die von den heutigen Entscheidungen am längsten betroffen sein wird, und gleichzeitig wollen wir den Dialog mit allen Altersgruppen stärken.“
Ein zentrales Anliegen ist der konsequente Schutz von Natur und Umwelt. Noah Weber sagt dazu: „Auf Gemeindeebene gilt es Grünflächen zu erhalten und damit die eigenen bisherigen Hochglanzkonzepte auch wirklich konsequent umzusetzen. Nur so können wir uns als Dorf nachhaltig entwickeln.“
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Stärkung der Jugendpartizipation. „Jugendpartizipation bedeutet viel mehr als politische Mitsprache. Es geht darum, als junger Mensch seinen Platz in der Gesellschaft zu finden. Das setzt Räume voraus, in denen sich junge Menschen treffen, entfalten und organisieren können.“erläutert Anna Verena Baumgartner. Joris Fricker ergänzt: „Sportflächen wie Turnhallen oder Rasenplätze sind maximal ausgelastet, das bestehende Angebot muss weiterentwickelt und ergänzt werden. Zudem steht der Umbau des Freizeitzentrums Landauer bevor. Es braucht rechtzeitig gleichwertigen Ersatz.“
Finanzpolitisch setzen sie sich dafür ein, dass der kurzfristige Spardruck nicht langfristig die Lebensqualität in Riehen zerstört. Noé Pollheimer sagt dazu: „Wir dürfen unser Dorf nicht kaputt sparen. Junge Menschen sind stark auf die Angebote der Gemeinde angewiesen und spüren die Kürzungen daher auch am meisten.“ Noemi Amstutz führt aus: „Und auch am längsten. Denn fehlende Investitionen von heute sind die ungenügende Infrastruktur von morgen.“
Ein Signal über Riehen hinaus: Politische Mitgestaltung kennt kein Mindestalter, sondern lebt von Engagement, Ideenvielfalt und Verantwortungsbewusstsein. Die neue Zusammensetzung des Einwohnerrats zeigt, dass Riehen bereit ist jungen Menschen Raum für Mitwirkung zu geben und dient damit auch als direkte Antwort auf die erst vor kurzem geführte Debatte zum Stimmrechtsalter 16.