Wieso Hitzewellen eine Klassenfrage sind
Die Ursache des Klimawandels
Im Zuge des Klimawandels nehmen Extremwetterereignisse wie Überschwemmungen, Stürme und Hitzewellen zu. Verantwortlich dafür ist ein Wirtschaftssystem, das auf Profitmaximierung und stetigem Wachstum beruht: der Kapitalismus. Der Drang nach möglichst hoher Rendite geht oftmals auf Kosten der Umwelt. Ausserdem sind kapitalistische Volkswirtschaften auf Wachstum angewiesen. Um dieses Wachstum aufrechtzuerhalten, fördert das System einen immer höheren Ressourcenverbrauch und Konsum.[1]
Doch nicht nur sein Streben nach Profit verursacht die globale Krise.
Neben dem Profitstreben trägt auch der verschwenderische Lebensstil der reichsten Bevölkerungsschichten mit Privatjets, Luxusautos oder Megayachten zu unverhältnismässig hohen Emissionen bei.[2]
Auswirkungen des Klimawandels
Doch nicht nur die Verursachung des Klimawandels ist eine Frage gesellschaftlicher Klassen. Auch die Auswirkungen treffen besonders Arbeiter*innen, Rentner*innen und den globalen Süden. Eine Hitzewelle lässt sich mit Pool und Klimaanlage besser überleben als in einer studentischen Dachstockwohnung oder in der Wohnung einer von Altersarmut betroffenen Person.
Somit wirkt der Klimawandel wie eine gesellschaftliche Lupe, die bestehende Probleme verstärkt. Wer körperlich arbeitet, kann der Hitze oft nicht ausweichen. Bauarbeiter*innen, Pflegepersonal oder Lieferfahrer*innen sind ihr während der Arbeit besonders ausgesetzt.
Der Klimawandel trifft also besonders hart die, die ihn kaum verursachen. Das zeigt sich besonders im globalen Süden. Während die Industrieländer den Grossteil der historischen CO2-Emissionen verursacht haben, leiden viele Länder des globalen Südens besonders unter Dürren, Überschwemmungen und Ernteausfällen.[3]
Ökonomische Auswirkungen
Der Kapitalismus basiert auf dem Prinzip der gesellschaftlichen Produktion und der privaten Aneignung durch Kapitalist*innen. Dieses Phänomen lässt sich auch in Krisenzeiten beobachten. Während Unternehmen ihre Gewinne privatisieren, werden die Kosten des Klimawandels auf die Allgemeinheit abgewälzt. Die arbeitende Klasse trägt die Folgen in Form von Steuern, steigenden Lebenshaltungskosten und öffentlichen Ausgaben. Das kennen wir von den Banken: Streichen sie Gewinne ein, profitieren die Reichsten. Gehen sie jedoch Konkurs, müssen sie mit staatlichen Steuergeldern gerettet werden. Die Kosten für die Misswirtschaft der Banker*innen tragen die Steuerzahler*innen. Genauso wie einen grossen Teil der Kosten der Klimaerwärmung.[4]
Wieso wird zu wenig gemacht?
Der bürgerliche Staat unternimmt zu wenig, um den Klimawandel effektiv zu bekämpfen.[5] Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Der Einfluss der Grosskonzerne, die von der Zerstörung der Umwelt profitieren, ist in der Schweizer Politik nach wie vor ungebrochen. [6]
Besonders betroffen sind Menschen, deren Bedürfnisse aus Sicht des Marktes keine ausreichende Kaufkraft oder Rendite versprechen, etwa viele ältere oder armutsbetroffene Menschen. So ist es eine erschreckende Realität, dass auch in der Schweiz Tausende Menschen an den Folgen der Klimakrise sterben.[7]
[1] https://wires.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/wcc.919?utm_ (Abgerufen 30.6.26)
[2] https://www.oxfam.de/presse/pressemitteilungen/2026-01-10-reichste-prozent-hat-treibhausgasbudget-2026-bereits (Abgerufen 30.6.26)
[3] https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg2/chapter/chapter-8/?utm_ (Abgerufen 30.6.26)
[4] https://www.swissinfo.ch/ger/wirtschaft/credit-suisse-stimmt-der-3-milliarden-uebernahme-durch-die-ubs-zu/48374064 (Abgerufen 30.6.26)
[5] https://www.srf.ch/news/schweiz/krise-des-klimasystems-die-schweiz-tut-zu-wenig-gegen-den-klimawandel (Abgerufen 30.6.26)
[6] https://www.woz.ch/1849/co2-gesetz/in-bern-hat-das-klima-keine-lobby (Abgerufen 30.6.26)
[7] https://www.nccs.admin.ch/nccs/de/home/das-nccs/themenschwerpunkte/klimawandel-und-gesundheit/hitzebedingte-sterblichkeit.html(Abgerufen 30.6.26)