Philipp Schuler_NR_15

Weil wir eine gesunde und intakte Umwelt brauchen!

Nationalratskandidat Philipp Schuler schreibt zur Weiterführung des Gentechmoratoriums und für ein Verbot von Glyphosat und Neonicotinoiden

Das momentan laufende Moratorium gegen den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen läuft 2017 aus und es ist klar, dass dieses verlängert werden muss. Bis heute ist kein Vorteil eines etwaigen Anbaus erwiesen. Es gibt jedoch klare Hinweise, dass der Anbau von Sorten wie „Roundup ready“ und den verschiedenen Gentech-Pflanzen („Bt-Mais“, „Bt-Raps“ etc.) einen negativen Effekt auf Mensch und Umwelt haben.

Riesige Monokulturen, bei welchen Jahr für Jahr das gleiche auf dem Acker wächst, laugen den Boden aus, führen zu Erosion des Bodens und fördern eine starke Vermehrung diverser Krankheitserreger und Schädlinge. Das Ausbringen grosser Mengen an Pestiziden und die Verwendung genetisch veränderter Pflanzen, welche giftige Substanzen produzieren, sind Auswüchse derartig verfehlter Anbaumethoden und dienen lediglich einer Symptombekämpfung, nicht aber der Lösung des Problems.

Roundup (Wirkstoff Glyphosat), ein Totalherbizid, welches alles pflanzliche Leben mit dem es in Berührung kommt abtötet (ausser natürlich die von Monsanto patentierten, genetisch veränderten „Roundup ready“ Sorten), wird seit neustem von der WHO als wahrscheinlich krebserregend eingestuft. In der Studie, auf die sich die WHO bezieht, ist nachzulesen, dass ein starker Hinweis darauf existiert, dass der Kontakt mit Glyphosat oder auf Glyphosat basierende Formulierungen genschädigend ist. [In der Originalversion: „There is strong evidence that exposure to glyphosate or glyphosate-based formulations is genotoxic based on studies in humans in vitro and studies in experimental animals.“] Dieser Befund reicht bei weitem aus, Glyphosat zu verbieten.

Seit dem das Problem des Bienensterbens der breiten Masse der Bevölkerung bewusst wurde, verdichten sich die Befunde dazu immer weiter und es werden dessen Auslöser bekannt. Als einer der Auslöser steht nun die Gruppe der Neonicotinoide heraus. Dies ist eine Gruppe von synthetischen Insektiziden, welche mit dem Nikotin verwandt sind und das Nervensystem von Insekten schädigen. In diversen Studien wurde belegt, dass diese Stoffe in sehr geringen Dosen von wenigen Nanogramm (1 Nanogramm = 0.000 000 001g!) tödlich für Bienen sind. Zusätzlich scheinen sich diese Verbindungen im Boden anzureichern, gelangen ins Grundwasser und verbreiten sich so in der Umwelt und schädigen auch abseits der landwirtschaftlich genutzten Flächen die Umwelt. Ausserdem scheinen diese Stoffe ähnlich wie das Nikotin süchtig zu machen – Honigbienen flogen gezielt solche Blüten an, deren Nektar Neonicotinoide enthielten. Dadurch kann es in Bienen (und wohl auch diversen anderen Insekten) viel schneller zu tödlichen Konzentrationen kommen, als das es sonst von durch die Agrarfirmen bezahlten Studien gerne suggeriert wird.

Ich bin nicht der Meinung, dass man grüne Gentechnik komplett und für immer verbieten soll. Jedoch muss sie sinnvoll genutzt werden. Sie darf nicht der Gewinnmaximierung von Agrarkonzernen dienen, welche LandwirtInnen in vielen Ländern durch Saatgutpatentierung und „Terminator-Technologie“ ausbeuten, mit Lug und Trug in die Abhängigkeit treiben, ihre Existenz vernichten und dabei noch Mensch und die gesamte Umwelt vergiften. Bis eine sinnvolle Anwendung der grünen Gentechnik gefunden worden ist, soll man deren Anwendung bis auf weiteres ausser zu Forschungszwecken verbieten. Daher muss das bestehende Moratorium um mindestens 10 weitere Jahre verlängert werden.

Deshalb fordere ich:

  • Eine Verlängerung des Gentechmoratoriums um mindestens 10 weitere Jahre!
  • Ein komplettes Verbot von Glyphosat und Neonicotinoiden in der Schweiz. Zusätzlich dürfen keine landwirtschaftlichen Produkte importiert werden, welche mit derartigen Substanzen kontaminiert sind!
  • Eine Förderung einer Landwirtschaft, welche ohne Pestizide und genetisch veränderten Agrarpflanzen auskommt!
  • Eine weniger intensive und ressourcenverschwenderische Gestaltung der Landwirtschaft!

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