Die Häuser denen, die drin wohnen!

Am Nachmittag des 23. Augusts wurden die Bewohner*innen der Schwarzen Erle unter Polizeiaufsicht auf Geheiss des Besitzers vertrieben. BastA! und JUSO Basel-Stadt sind betroffen über das Vorgehen.

 

Der Besitzer oder Verwalter der Liegenschaft – die Polizei wollte dazu keine Auskunft geben – verschaffte sich Zugang zur Schwarzen Erle und verlangte von den Bewohner*innen, die Liegenschaft zu verlassen. Nicht alle folgten der Aufforderung sofort, worauf der Besitzer / Verwalter die Polizei rief und Anzeige wegen Hausfriedensbruchs erstattete.

 

Eigentum verpflichtet!

Der Besitzer / Verwalter sorgt mit der Vertreibung der Nutzer*innen der Schwarzen Erle dafür, dass das Haus, wie vor der Besetzung, ungenutzt dem Verfall überlassen wird.

“Häuser leerstehen zu lassen, ist zynisch gegenüber all den Menschen, die keinen geeigneten Wohnraum in dieser Stadt finden. Polizei und Politik beantworten in solchen Fällen die Frage der Priorisierung überdeutlich: Das Recht, sein Eigentum verrotten zu lassen, wird höher gewichtet als alles andere”, kritisiert Zürcher.

 

Umdenken gefordert

“Nach wie vor fehlt es in Basel an Wohn-, Frei- und alternativem Kulturraum. Ebenso fehlen griffige Konzepte zum Umgang mit Zwischennutzungen oder entsprechende Sanktionen bei Leerstand. Es ist deswegen nur konsequent, dass leerstehende Häuser besetzt werden”, macht Mirjam Kohler, Präsidentin der JUSO Basel-Stadt, deutlich, denn: “Würden diese Häuser genutzt, käme es erst gar nicht zu Besetzungen. Wir alle bezahlen diesen Leerstand durch aufgeblähte Immobilienpreise unter anderem aufgrund eines künstlich verknappten Angebots von Wohnraum”.

Mit dem Verlust der Erle geht nicht nur Wohnraum, sondern auch ein Stück alternative Kultur verloren. Die beiden Parteien fordern ein radikales Umdenken im Umgang mit Wohnraum, Alternativkultur, Freiräumen und Besetzungen.

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