Geld arbeitet nicht – wir schon! Redebeitrag vom 1. Mai 2017

Liebe Genossinnen
Liebe Kollegen
Geschätzte Anwesende

Die Schweiz ist das reichste Land der Welt. In keinem anderen Land der Welt besitzen Privatpersonen so viel Vermögen wie hier. Ein immer grösserer Anteil dieses Vermögens sammelt sich in den Händen einiger weniger an. Das reichste Prozent der Bevölkerung besitzt vierzig Prozent des gesamten Wohlstandes. Ihr Anteil wird dabei immer grösser – sei es durch Bankzinsen, Dividenden oder Wuchermieten. Dabei müssen sie Dividenden nur teilweise und Einkünfte aus Aktienverkäufen überhaupt nicht besteuern.
Genau hier setzt die 99%-Initiative, die die JUSO Schweiz diesen Sommer lancieren wird, an. Menschen, die mehr als Fr. 100’00.- Kapitaleinkommen haben und darum nicht arbeiten müssen, um ihr Leben zu finanzieren, sollen sämtliche Kapitaleinkommen  über Fr. 100’000 besteuern müssen – und zwar mit dem Faktor 1,5.
Die Verkäuferin, der Krankenpfleger oder die selbständige Handwerkerin – sie alle müssen arbeiten, um ihr Leben zu finanzieren. Die 530’000 Menschen in diesem Land, die trotz Arbeit arm sind, zeigen uns, dass das oft mehr schlecht als recht gelingt, 1,1 Millionen Menschen in der Schweiz sind armutsgefährdet. Jeder fünfte Mensch ist nicht in der Lage, eine unerwartete Ausgabe von Fr. 2’500.- innerhalb eines Monats zu bezahlen, währenddem andere schon gar nicht mehr wissen, was sie mit „ihrem“ Geld, das „für sie arbeitet“noch alles anstellen sollen.
Oder, um es in den Worten von Bertold Brecht zu sagen „Reicher Mann und armer Mann standen da und sahen sich an. Und der arme sagte bleich „Wär‘ ich nicht arm, wärst du nicht reich“

Hören wir auf, das Märchen des Trickle-Down-Prinzips zu glauben!
Wachen wir auf aus dem amerikanischen Traum, der in Wirklichkeit ein Alptraum ist!
Hören wir auf, so zu tun, als würde dieses System funktionieren und als gäbe es keine Alternative!
Holen wir uns unser Geld zurück.
Wir sind die 99%!

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