Juso Basel-Stadt fordert mehr Medizin-Studienplätze und startet Kampagne

Dieses Jahr haben sich schweizweit 4100 junge Leute für einen Humanmedizin-Studienplatz beworben, davon 659 in Basel. An die 3000 von ihnen sind durch den Eignungstest für Medizin (EMS) gefallen. Gescheitert sind die meisten nicht an ungenügender Leistung oder Eignung, sondern an der Tatsache, dass es dieses Jahr schweizweit nur 1’084 Studienplätze zu vergeben gab. Vielen jungen Menschen, die oft gute Ärztinnen und Ärzte geworden wären, werden dadurch Zukunftschancen verbaut. Stossend ist auch, dass beim EMS klar bessere Chancen hat, wer bereit und in der Lage ist, viel Geld auf dem florierenden Trainingsmarkt einzusetzen.
Zugleich droht der Schweiz ein Ärztemangel, insbesondere bei den Hausärzten: denn zwei Drittel von ihnen sind heute über 55 Jahre alt. Während die Bevölkerung wegen der Alterung klar mehr medizinische Leistungen beanspruchen wird, geht die Hälfte der Allgemeinmediziner bis 2016 in Pension. Trotz steigender Studienanmeldungen bilden wir viel zu wenige Ärztinnen und Ärzte aus.
Ohne den „Import“ tausender Ärztinnen und Ärzte aus den Ausland gäbe es schon heute massive Probleme: jede zweite Assistenzärztin / jeder zweite Assistenzarzt in unseren Spitälern hat nicht im Inland studiert. Das ist eine unfaire „Lösung“ gegenüber jungen Menschen in der Schweiz, die man daran hindert, Medizin zu studieren; und es ist gleichzeitig extrem unsolidarisch gegenüber anderen Ländern, die im Gegensatz zur Schweiz keine Mühen und Kosten scheuen, genügend Ärztinnen und Ärzte auszubilden: denn solchen Ländern werden ihre jungen Medizinerinnen und Mediziner abgeworben, die ihnen dann fehlen. Ein so reiches Land wie die Schweiz hat die Verantwortung, Ärztinnen und Ärzte sowie andere hochqualifizierte Fachkräfte in genügender Zahl selbst auszubilden!!!

 

Die Juso Basel Stadt fordert daher: 

  • Die Zahl der Studienbeginner in Humanmedizin muss auf nächstes Jahr hin verdoppelt, der „numerus clausus“grundsätzlich hinterfragt werden.
  • Die Selektion durch den Eignungstest für Medizin (EMS) ist entsprechend zu lockern. Finanzielles Vermögen (Stichwortflorierender Trainingsmarkt) darf kein entscheidendes
    Selektionskriterium sein.
  • Die Abbruchquote bei Medizinstudierenden muss durch geeignete Massnahmen niedrig gehalten werden.
  • Auch in anderen Bereichen, wo man heute viele qualifizierte Fachkräfte „importiert“, sollten die Bildungs- und Berufschancen junger Leute verbessert werden.

    Während andere Jungparteien die Zahl der Verkehrsschilder und Ampeln im Strassenverkehr reduzieren (Jungfreisinnige), Kopftücher und andere Schleier verbieten (JSVP) oder die Studierendenzahl an der Uni Basel auf 25’000 erhöhen wollen, ohne sich auch nur ansatzweise um die Betreuungsverhältnisse und dergleichen Fragen zu kümmern, sind wir Jusos sind in dieser und in vielen anderen Fragen die einzige Jungpartei, die sich konsequent für die Zukunftschancen der jungen Generation einsetzt.

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