Kategorie-Archiv für

Ehe für alle?

Blogbeitrag von Jessica Brandenburger (Nationalratskandidatin JUSO Basel-Stadt, Frauen*)

Beim Thema Heiraten scheiden sich in meinem Freund*innenkreis die Geister.

Einige sind fest davon überzeugt in den nächsten fünf Jahren eine dicke Party mit vielen Gästen zu feiern, andere sehen in der Ehe ein überholtes Konzept und wieder andere werden ziemlich schnell still, wenn es um das Thema Ehe geht. Sie können nicht einfach so den Menschen heiraten, den sie möchten, denn ihre Beziehungen passen nicht in den heteronormativen Standard. Klar, meine queeren Freund*innen können eine eingetragene Partner*innenschaft beantragen, was der Hetero-Ehe schon ziemlich nahe kommt, das genau Gleiche ist es aber nicht[1]. Artikel ansehen

Kein Mensch ist illegal!

Blogbeitrag von Jessica Brandenburger (Nationalratskandidatin JUSO Basel-Stadt, Frauen*)

Letzte Woche habe ich mich zwischen zwei Vorlesungen mit meinen Kommilitoninnen darüber unterhalten wo und wie wir den Sommer verbracht haben. Dabei fiel mir auf, dass viele von uns in mehr als einem Land waren, ja viele mit dem Zug durch halb Europa gereist sind. Die meisten von uns sind extrem privilegiert, was die Farbe unseres Passes angeht. Wir wechseln Landesgrenzen ohne es zu bemerken, als sei es eine Selbstverständlichkeit. Artikel ansehen

Wer sich an den Kosten der Sozialhilfe stört, hat deren Idee nicht verstanden!

Blogbeitrag von Nino Russano (Nationalratskandidat JUSO Basel-Stadt, Männer*)

Die Sozialhilfe ist schon heute viel zu knapp bemessen. Sie dient als eines der letzten sozialen Auffangnetze, um einem Menschen, der in eine schwierige Lebenssituation geraten ist, zu helfen. In verschiedenen Kantonen gibt es zurzeit Kürzungsdebatten und Abbauvorschläge, welche die Sozialhilfe auf das absolute Existenzminimum senken wollen oder eine generelle Kürzung der Leistungen anstreben. Artikel ansehen

Digitalisierung – Elysium oder Mad Max 2.0? (Teil 1)

Blogbeitrag von Renate Takacs (Nationalratskandidatin JUSO Basel-Stadt, Frauen*)

Keines von beidem. Es ist, was «wir» daraus gestalten werden.

Die entscheidende politische Frage ist, wie wir das «wir» definieren oder deutlicher: Wen wird die digitalisierte Gesellschaft gestalten lassen? Artikel ansehen

System Change not Climate Breakdown – wieso wir einen grundlegenden Wandel in unserem Wirtschaftssystem dringend brauchen

Blogbeitrag von Philipp Schuler (Nationalratskandidat JUSO Basel-Stadt, Männer*)

Das heutige Wirtschaftssystem ist ein auf endlosem Wachstum und steigendem Ressourcenverschleiss basierendes Konstrukt. In der Natur kommen solche Systeme normalerweise nicht vor und wenn sie vorkommen, meist nur sehr kurzfristig, wenn der Mensch ein System zum Beispiel durch einen übermässigen Nährstoffeintrag stark verändert hat. Als ein gutes Beispiel dafür kann man eine Bakterienkultur heranziehen. Hat man eine Mischung verschiedener Arten mit unterschiedlichen Eigenschaften in einem Kulturgefäss und stellt ihnen ausgeglichene Bedingungen zur Verfügung, kann diese Kultur lange überleben. Erhöht man jedoch das Wachstum einer Art zum Beispiel durch die Zugabe von Zucker erheblich, verbraucht diese alle Nährstoffe des Systems innert kürzester Zeit, es werden hohe Konzentrationen an giftigen Abfallprodukten gebildet und das System kollabiert. Ähnlich verhält es sich bei sich stark ausbreitenden Krankheiten, die ihre Wirte töten – nach einer exponentiellen Ausbreitung bricht ab einem gewissen Punkt die Epidemie zusammen, da keine Wirte mehr vorhanden sind. Mir ist bewusst, dass dies sehr drastische Vergleiche sind. Jedoch ist es aufgrund der Dringlichkeit der heutigen Situation unumgänglich, denn genau so verhält sich das heutige Wirtschaftssystem auf der Welt. Schon heute taut der Permafrost, wie es eigentlich erst auf das Ende dieses Jahrhunderts vorausgesagt wurde. Riesige Waldflächen brennen, sei es nun in der Arktis oder in den tropischen Regenwäldern Afrikas und Südamerikas. In Europa sterben Millionen Bäume aufgrund der Trockenheit, die Bestände von Insekten und Vögeln befinden sich in einem dramatischen Sinkflug. Heute sind 105’000 Arten auf der Roten Liste der IUCN, alleine 2019 kamen 7000 Arten neu dazu. In den kommenden Jahrzehnten wird diese Liste wohl auf rund eine Million Arten anwachsen, wenn wir nicht sofort etwas dagegen tun. Das grundlegende Problem unseres heutigen Wirtschaftssystems ist klar: Es basiert auf einem unendlichen Wachstum, bei dem Ressourcen planmässig verschwendet werden, eine Überproduktion einkalkuliert ist und sich der Wohlstand in den Händen einiger weniger anhäuft, währenddessen der  Grossteil der Bevölkerung schlecht dasteht und teilweise um ein halbwegs menschenwürdiges Leben kämpfen muss. Wie widerwärtig dieses System ist, können wir gut am Beispiel der Rüstungsindustrie sehen. Nur damit sich diese Konzerne weiter bereichern können, exportieren sie aus der Schweiz Kriegsmaterial in die ganze Welt. Kriegsmaterial ist bekanntlich nicht dazu da, Menschenleben zu schützen und die Gesellschaft weiter zu bringen – Kriegsmaterial tötet. Dies sollte allen klar sein und niemand sollte dies mit dem eigenen Gewissen vereinbaren können, aber unter der Doktrin des Wirtschaftswachstums wird in Kauf genommen, dass Menschen abgeschlachtet werden. Dass wir gemeinsam dieses System von Grund auf ändern müssen, liegt auf der Hand. Wir müssen schnellstmöglich davon abkommen, dass wir in einer auf Wachstum und Ausbeutung basierenden Gesellschaft leben. Dafür müssen wir einerseits den Handel von Aktien, Rohstoffen und Nahrungsmitteln in seine Schranken weisen oder unter Umständen gleich ganz verbieten. Denn der Aktienkurs ist heutzutage an das stetige Wachstum einer Firma gekoppelt und eine Firma verliert gleich an Wert, wenn diese auch nur weniger wächst als prognostiziert. Die Wirtschaft wird deswegen durch kurzsichtige Restrukturierungs- und Auslagerungsstrategien geprägt, durch die es immer häufiger zu Massenkündigungen und der Verlagerung von festen hin zu temporären Arbeitsstellen kommt. Dies alles nur, damit Grossaktionär*innen hohe Dividendenausschüttungen und das Management exorbitante Boni einkassieren können. Der Grossteil der Bevölkerung leidet darunter und die gnadenlose Ausbeutung der natürlichen Ressourcen schreitet im Eiltempo voran. Zeitgleich werden an den Börsen Grundnahrungsmittel gehandelt, wodurch deren Preise derart steigen, dass sich viele Menschen auf der Welt diese nicht mehr leisten können und akut an Unterernährung leiden. Diese neoliberale Wirtschaftsdoktrin des Kapitalismus, die sich gerne unter dem Deckmantel der freien Wirtschaft verkauft, führt unweigerlich zur Anhäufung des Wohlstandes bei einigen wenigen und der zunehmenden Verarmung und Ausbeutung des Grossteils der Bevölkerung und einem Zusammenbrechen der natürlichen Systeme. Es ist anzunehmen, dass sich diese Entwicklung bei einem weiteren Voranschreiten der Digitalisierung und Robotisierung noch weiter zuspitzen wird.Auf Kosten der arbeitnehmenden Bevölkerung werden viele Stellen verschwinden und es ist blauäugig zu glauben, dass in unserem heutigen System diese Stellen durch neue Arbeitsplätze ersetzt werden. Szenarien, welche wir bisher nur aus dystopischen Büchern oder Filmen kennen, werden immer wahrscheinlicher. Schreitet diese Entwicklung weiter voran, wird der Grossteil der Menschen unter prekären Umständen in einer zerstörten Welt leben, währenddem sich eine Parallelgesellschaft von Superreichen abspaltet. Um ein weiteres Voranschreiten in eine solche Zukunft zu verhindern, müssen wir als Gesellschaft nun schnellstmöglich handeln. Ein wichtiger Schritt wäre, eine Gegenbewegung zur neoliberalen Privatisierungswelle zu starten. So gehört einerseits die Grundversorgung in die Hände des Staates -es kann nicht sein, dass sich beispielsweise unsere Wasser-, Energie- und Gesundheitsversorgung in privaten Händen befinden. Zudem soll der Staat viel mehr in die Forschung und Entwicklung neuer Technologien investieren, diese dann aber in staatlichen Forschungsinstituten und Unternehmen behalten. Es ist essentiell, dass wir als Bevölkerung diese Technologien in den eigenen Händen haben, die Gewinne und Errungenschaften aus diesen auch der Bevölkerung zugutekommen und dass diese Betriebe nicht an den Aktienmärkten mitspielen. Denn der Staat ist kein Fremdkörper, der über uns entscheidet – der Staat sind wir als vereinte Bevölkerung. Mir ist bewusst, dass ich hier keine vollumfängliche Anleitung für den Systemwandel liefere. Dies muss ich als Einzelperson auch nicht. Es muss uns aber klar sein, dass unser heutiges neoliberales Wirtschaftssystem, auch als Kapitalismus bekannt, uns im Eiltempo auf den Abgrund zusteuert. Es ist höchste Zeit, dass wir gemeinsam das Ruder herumreissen und ein System aufbauen, welches nicht mehr auf einem desaströsem Wachstum beruht und in dem die Gewinnmaximierung über dem Wohl von Mensch und Umwelt steht.

Krasser Fall von Racial Profiling bei der SBB, JUSO Basel-Stadt fordert Klärung des Vorfalles.

Medienmitteilung vom 09. 08. 2019 

 

Am Morgen des 09. August fuhr der 17-jährige afghanische Flüchtling R mit dem Zug von Sissach nach Basel, da er dort einen Termin in einer Ärzt*innen-Praxis hatte. Während der Fahrt fand eine Billettkontrolle statt, eine normale Situation vor der sich Mitfahrende mit gültigen Tickets, wie R, nicht fürchten müssen. Als die Kontrolleurin auf dieser Strecke R nach dem Billett fragte, zückte er sein gültiges U-Abo. Normalerweise wäre die Kontrolle erledigt, R hatte einen gültigen Reisepass nachgewiesen und brach somit keine Regeln. Doch die Kontrolleurin fragte R plötzlich aus einem nicht ersichtlichen Grund nach seinen persönlichen Dokumenten.  Artikel ansehen