JUSO und SP Frauen* fordern Absage von Podium im Rahmen der NietzscheAusstellung «Übermensch»

Im Rahmen der Nietzsche-Ausstellung «Übermensch» soll am kommenden Samstag ein Podium mit dem Titel «Ein Spielzeug sei das Weib dem Manne» abgehalten werden.

Dabei soll vor allem über den Begriff der Gehorsamkeit diskutiert werden. Die Frau soll gemäss Nietzsche dem Mann gegenüber gehorsam sein und darin ihr Glück finden. Die Veranstaltung soll durch den Antifeministen Peter Buser geleitet werden. Buser glaubt, dass Frauen diesen Gehorsam zu ihrem Glück leben können. Auf seiner persönlichen Website kann man sich seine zutiefst antifeministischen Ansichten zu Gemüte führen, die sowohl Frauen als auch Männer diskriminieren und als minderwertig darstellen. Auf der Website des Historischen Museums hingegen wird nicht ersichtlich, um was es Buser bei diesem Podium wirklich geht. «Peter Buser vertritt ein zutiefst sexistisches und diskriminierendes Weltbild, dem keine Plattform geboten werden darf!» hält Nino Russano, Präsident der JUSO Basel-Stadt fest.

Die BZ berichtet, dass Buser seine grosszügige Spende von 400’000 Franken zur Ausstellung an die Bedingung knüpfte, dieses Podium abhalten zu dürfen.

Es ist höchst fragwürdig, dass eine Spende, die mit Bedingungen verknüpft ist, angenommen wird.

Michela Seggiani, Co-Präsidentin der SP Frauen* meint dazu: «Ich bin irritiert darüber, dass Sponsor*innen über Inhalt und Wertevermittlung bei kulturellen Veranstaltungen in staatlichen Museen entscheiden können. Aus diesem Grund werde ich eine Interpellation dazu einreichen.»

Die JUSO Basel-Stadt und die SP Frauen* Basel-Stadt verurteilen, dass insbesondere das Historische Museum als staatliche Institution, diese fragwürdige und völlig deplatzierte Veranstaltung öffentlich unterstützt und Peter Buser dadurch die Möglichkeit gibt, sein rückwärtsgewandtes und aus der Zeit gefallene Weltbild der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Im kantonalen Entwurf des Kulturleitbildes ist festgehalten, dass der Basler Kulturbetrieb für Chancengleichheit und Gendergerechtigkeit einsteht. Daher ist das Verhalten des Historischen Museums nicht akzeptabel und entspricht nicht zeitgemässen Wertvorstellungen.

Die JUSO Basel-Stadt und die SP Frauen*Basel-Stadt fordern daher die zuständige Regierungsrätin Elisabeth Ackermann auf, sich für eine Absage des besagten Podiums einzusetzen. Eine frauenfeindliche Veranstaltung, die institutionell gefördert wird, hat im Kanton Basel-Stadt und auch sonst wo nichts verloren!

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