Digitalisierung – Elysium oder Mad Max 2.0? (Teil 1)

Blogbeitrag von Renate Takacs (Nationalratskandidatin JUSO Basel-Stadt, Frauen*)

Keines von beidem. Es ist, was «wir» daraus gestalten werden.

Die entscheidende politische Frage ist, wie wir das «wir» definieren oder deutlicher: Wen wird die digitalisierte Gesellschaft gestalten lassen?

Während die Politik immer noch eher vage debattiert, digitalisieren Arbeitgeber*innen  im Aufwind der beinahe grenzenlos wirtschaftsliberalen Schweiz nicht nur tausende von Arbeitsplätzen, sondern ganze Berufszweige weg.

Überlassen wir die Digitalisierung der freien Wirtschaft, droht uns eine künftige Massenarbeitslosigkeit und Massenarmut.

Höchste Zeit, Gegensteuer zu geben! Die Digitalisierung aufhalten zu wollen ist der falsche Weg. Damit verzögern wir sie nur und verhindern, dass die positiven Aspekte der Digitalisierung auch für eine breite Masse der Bevölkerung wirksam werden.

Nicht nur Arbeitgeber*innen sind in die Pflicht zu nehmen, wenn es darum geht in die sinnvolle und ernst gemeinte Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden zu investieren.

Gefordert sind der Staat, die Schulen, die Gewerkschaften und die Lohnabhängigen selbst.

Eine Orientierung in der wachsenden Wildwuchsindustrie Weiterbildung ist schwierig. Hier gehören Standards gesetzt und Preise geregelt, die Weiterbildungen aus Eigeninitiative erst sinnvoll und finanziell möglich machen. Menschen in aussterbenden Berufen brauchen hierbei Unterstützung – lange bevor sie als unvermittelbare Arbeitssuchende auf der Strasse stehen.

Unser Schulsystem muss sich weiterentwickeln. Es muss klar mehr Geld in die Bildung fliessen, damit wir mit anderen Ländern mithalten können und nicht noch mehr abgehängt werden. Unsere Kinder brauchen eine andere Rüstung für ihr künftiges Berufsleben als vorherige Generationen. Schulmaterial sollte auf dem neusten Stand sein. Die Klassengrössen müssen neu überdacht werden.

Nicht nur unsere Schulen, sondern auch in die Universitäten müssen wir mehr Geld investieren, damit die Studiengänge in Basel attraktiv bleiben,  beziehungsweise wieder werden. Neue Studiengänge müssen wir einplanen und ermöglichen – auch für Lernende aus wirtschaftlich schwächeren Familien.  Ein Studium muss auch ohne ein Stipendium bezahlbar sein.

Dem Unsinn, das Rentenalter zu erhöhen im Bewusstsein, dass bereits Leute in ihren Vierzigern auf dem Arbeitsmarkt massiv benachteiligt werden, muss Einhalt geboten werden. Diese Politik erreicht nichts, ausser massiv zunehmender Armut und Altersarmut.

Die Digitalisierung generiert erhebliche Kosteneinsparungen und Gewinne für die Industrien.

Investieren «wir» also in Bildung,  Weiterbildung, AHV, Anerkennung von unbezahlter Freiwilligenarbeit oder lassen wir den von Menschen erarbeiteten Mehrwert als ungehinderten Geldfluss zu den privaten und global agierenden Aktionären auf Kosten unserer Gesellschaft weiter zu?

Die Digitalisierung  kann ihren unbestrittenen und entlastenden Mehrwert für alle nur entfalten, wenn «wir» diesen wirtschaftlichen Umbau mitgestalten und nicht nur passiv dabei zusehen!

Sonst enden wir in der digitalisierten Wirtschaftsdiktatur. Eben: Mad Max 2.0

 

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